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Kompakt-Cabrios

     

Sicher unterwegs mit Kompakt-Cabrios?

Sie sind klein, frech und trendy: Die Kompakt-Cabrios. Doch aufgepasst - das Fahren unter freiem Himmel birgt besondere Gefahren. Der enge Fahrgastraum und Konstruktionsunterschiede im Vergleich zu geschlossenen Fahrzeugen können zu heiklen Situationen für die Insassen führen. Wo die Sicherheitsrisiken von Kompakt-Cabrios liegen, zeigen die aktuellen Crashtests der AXA Winterthur und der Dekra.


Beim Kompakt-Cabrio mit versenktem Blechdach zeigt sich ein neues  Problem: Das Dach wird beim Heckaufprall nach vorne in Richtung Insassen geschoben (Foto Dekra)
   
Statistiken belegen: Die "oben ohne"-Fangemeinde wird immer größer. Allein im vergangenen Jahr kamen auf Schweizer Strassen über 11'000 neue Cabrios hinzu, in Deutschland waren es an die 150'000. 
   
Die Unfallforscher der AXA Winterthur und der Dekra haben das Gefahrenpotential der trendigen Freiluft-Fahrzeuge mit Crashtests untersucht und dabei besondere Risiken aufgedeckt: "Da der Fahrgastraum der Kompakt-Cabrios vergleichsweise klein ist, sind die Insassen erhöhten Gefahren ausgesetzt", erklärt Anton Brunner, Leiter Unfallforschung der AXA Winterthur. 
   
Die 4 Crashtests im Detail
   
Crashtest: Seitenkollision:
Ein Ford Ka fährt mit rund 60 km/h in die Seite eines mit ca. 30 km/h fahrenden Ford Street Ka Cabrio. 
   

   
Crashtest Frontalkollision: 
Ein Fiat Punto Cabrio und ein geschlossener Kleinwagen des gleichen Typs kollidieren frontal versetzt bei einer Geschwindigkeit von je rund 50 km/h. 
   

   
Crashtest Auffahrkollision: 
Ein Suzuki Vitara fährt mit 60 km/h von hinten auf ein stehendes Daihatsu Copen Zweisitzer-Cabrio mit versenktem Blechdach auf. 
   

   
4. Crash: Überschlag: 
Ein Mazda MX5 Zweisitzer-Cabrio wird bei 40 km/h zum seitlichen Überschlagen gebracht.
   
Die Platzeinsparungen können sich auf das Verletzungsrisiko der Insassen auswirken, wie die aktuellen Crashtests zeigen: Bei einer Heckkollision prallten wegen des kleinen Zwischenraumes die Kopfstützen gegen die Überrollbügel des angestoßenen Kompakt-Cabrios. "Ein Unfall wie dieser kann zu erheblichen Verletzungen im Kopfbereich führen", sagt Brunner. Nach 
seiner Meinung würde bereits eine Vergrößerung des Zwischenraums von wenigen Zentimetern dieses Problem deutlich entschärfen.

 

Besondere Risiken beim Überschlag
   
Cabrio-Fahrer haben beim Überschlag kein Dach über dem Kopf und sind damit einem besonderen Risiko ausgesetzt. Die Crashtests haben gezeigt, dass ohne Überrollbügel die Überlebenschancen der Insassen entscheidend reduziert sind. 
   
Aber auch bei vorhandenen Überrollbügeln ist Vorsicht geboten: "Der Kopf des Fahrers darf bei geöffnetem Verdeck nicht über die Frontscheibe oder den Überrollbügel hinausragen", warnt Jörg Ahlgrimm, Leiter Unfallanalyse der Dekra. 
  
Das Schutzpotenzial sei in diesem Fall gering. Es ist deshalb  wichtig, dass die Sitze trotz des kleinen Fahrgastraums optimal auf den Lenker eingestellt werden können. "Speziell groß gewachsene Cabrio-Lenker sollten darauf achten", betont Ahlgrimm. 
   
Gute Festigkeit der Bodenkonstruktion
   
Das fehlende Dach und die damit verbundenen Einbussen bei der Steifigkeit der Fahrzeugkarosserie müssen beim Cabrio kompensiert werden: Diverse Längs- und Querverstrebungen in der Bodenkonstruktion machen das Manko wett. 
   
Das bedeutet auch ein Plus in punkto Sicherheit, wie die Crashtests zeigen: "Dank der festen Bodenkonstruktion wurde das Cabrio beim Frontalaufprall deutlich weniger deformiert als sein geschlossenes Pendant", hält Anton Brunner fest. 
   
Gefährdete Seitenpartie
   
Allerdings kann die spezielle Bauweise auch negative Effekte haben. Gut zu beobachten ist dies beim Seitenaufprall auf ein zweitüriges Kompakt-Cabrio: Weil die Seitentüren länger sind als jene der viertürigen Fahrzeuge, verlieren die Fahrgastzellen seitlich an Steifigkeit. 
   
Bei der Kollision wird die Türe verhältnismäßig stark eingedrückt, was zu einer erhöhten Verletzungsgefahr im Beckenbereich führen kann. "Türverstärkungen mit einer wirksamen Abstützung an den Türsäulen vorne und hinten könnten zusätzlich Sicherheit bringen", ist Jörg Ahlgrimm überzeugt.
     

Bildstrecke: Crahtests Kompakt-Cabrios   
    


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Vorsicht: Dach im Kofferraum
   
Beim Kompakt-Cabrio mit versenktem Blechdach zeigt sich ein neues  Problem: Das Dach wird beim Heckaufprall nach vorne in Richtung Insassen geschoben. 
   
Wird es nicht genügend abgefangen, kann es gar in den Fahrgastraum eindringen. Anton Brunner rät: "Die Überrollbügelverstrebung sollte nicht nur beim Überschlag schützen, sondern auch die nach vorne geschobenen Blechmittelteile und das  Gestänge der Dachmechanik abfangen". 
   
Erreichen ließe sich das laut  Brunner durch einen festen Verbund von Zwischenwand und  Überrollbügeln mit den Türsäulen.
   
Bedingt durch ihre geringe Größe sind Kompakt-Cabrios - neben den  Motorrädern und den geschlossenen Kleinwagen - das schwächste Glied im motorisierten Straßenverkehr. 
   
Die kleinen Flitzer bieten daher generell weniger Sicherheit. Aber: "Wenn bei der Konstruktion auf die erwähnten Punkte geachtet wird, so erreichen Cabrios den gleichen Sicherheitsstandard wie ein durchschnittlicher, geschlossener Personenwagen", bestätigt Jörg Ahlgrimm.
   

Weitere Info
Informationen über die Crashtests finden Sie auch unter
www.axa-winterthur.ch/crashtests  mit Broschüre als pdf zum download
www.dekra.de  


  
Quelle: ots