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Mercedes
Benz E-Klasse Cabriolet
Komponenten- und Gesamtfahrzeugerprobung
Immer mit den neuesten Autos in der ganzen Welt unterwegs – Testfahrer
haben einen spannenden Beruf. Jochen Prokein von der Mercedes-Gesamtfahrzeugerprobung ist einer und hat mit dem neuen Mercedes E-Klasse Cabrio lange vor Markteinführung schon Zehntausende von Kilometern abgespult.
Aircap besteht aus einem
ausfahrbaren Windabweiser im Rahmen der Frontscheibe und einem Windschott zwischen den Rücksitzen.
(alle Foto: Daimler
Doch bevor ein neues Auto in die Gesamtfahrzeugerprobung geht, haben die einzelnen Komponenten schon ein extremes Stressprogramm hinter sich.
Beispiel AIRCAP: In einer speziellen Klimakammer bei Temperaturen zwischen minus 25 und plus 80 Grad Celsius wurde der vordere Windabweiser 50.000-mal ein- und ausgefahren und zusätzlich Feinstaub und Wasser gezielt an die Lagerstellen geblasen. Parallel musste die Komponente im Härtetest unter Windlast bei Windgeschwindigkeiten zwischen 60 und 250 km/h mit mehr als 10.000 Betätigungen ihre Widerstandsfähigkeit beweisen. Dafür wurde der „kleine Windkanal“ in Sindelfingen zweckentfremdet, der eigentlich für die Entwicklung der 1:4-Modelle genutzt wird. In speziellen Klimakammern mit massiver Chemikalienbeaufschlagung wurde der Windabweiser geöffnet und geschlossen geprüft und musste damit die Korrosionsbeständigkeit während einer Fahrzeuglebensdauer nachweisen.
Weitere Foltermethoden waren Waschanlagen, Dampfstrahl- und Vereisungstests. Erst wenn die einzelnen Komponenten diese Tour der Leiden absolviert haben, beginnt die Gesamtfahrzeugerprobung. Jetzt kommt es auf das Zusammenspiel
aller Komponenten im Fahrzeug an. „Wir sind also quasi die ersten Kunden“, sagt Prokein, der diesen Teil der Erprobung für das E-Klasse Cabrio organisierte.
Es gilt die alte Regel, dass ein neues Fahrzeug in der Erprobung zwei Sommer und zwei Winter erlebt haben
sollte. Nur geschieht dies heute möglichst in einem Jahr geschehen.In einem Zwei-Schicht-Programm sind die Tester
Tag und Nacht mit den Prototypen unterwegs.
Warmland-Erprobung in Texas
Und zwar rund um den Globus. In Texas findet auf dem Daimler-Prüfgelände die so genannte Warmland-Erprobung mit Temperaturen bis zu 45 Grad Celsius statt. „Hitze in Kombination mit hoher Luftfeuchtigkeit und Staub war diesmal für uns besonders interessant wegen der Innovation AIRCAP“, erzählt Prokein. Das neue Windschottsystem musste sich natürlich auch unter diesen strapaziösen Bedingungen bewähren.
Auch das serienmäßige Akustik-Verdeck, das sich wegen seines speziellen Aufbaus im Verdeckkasten anders ablegt als ein konventionelles Softtop, stand besonders im Fokus. Zum Mercedes-Standardtestprogramm für offene Fahrzeuge gehören darüber hinaus selbstverständlich häufige Verdeckbetätigungen sowie Schlechtwegstrecken, um das Verwindungsverhalten prüfen zu können.
Wintererprobung in Schweden
Weitere Ziele der Mercedes-Gesamtfahrzeugtester waren unter anderem Niedersachsen, Italien sowie Nordschweden für die Wintererprobung. Der
Alterungsfaktor bei diesen Testfahrten beträgt etwa zehn. Das heißt, 5.000 Kilometer beispielsweise auf der gefürchteten Belgischblock-Strecke auf dem Prüfgelände in Texas entsprechen etwa rund 50.000 Kilometern im durchschnittlichen Auto-Alltag.
„Wir sind immer mit mindestens vier Fahrzeugen unterwegs, die das Modellspektrum möglichst gut abdecken“, erzählt Prokein, der aus der Konstruktion in die Gesamtfahrzeugerprobung kam. Möglichst unterschiedliche Motoren und Ausstattungen
vom Sitz bis zum Bezugsstoff helfen bei der Erprobung, weil so das Zusammenspiel wirklich aller Bauteile beurteilt werden kann.
Die Testfahrzeuge, die Prokein und sein Team bewegen, sind dabei immer auf dem neuesten Stand: Ob geänderte Komponenten oder neueste Software-Updates, was in Sindelfingen im Zuge des Reifeprozesses eines neuen Automobils erdacht wurde, muss sich kurz darauf in der Gesamtfahrzeugerprobung bewähren
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