Mercedes Benz E-Klasse Cabriolet

Warmer Nacken mit Airscarf

Der Airscarf funktioniert wie ein unsichtbarer Schal, der Hals und Nacken der Insassen wärmt. Denn das patentierte System ist in die Rückenlehnen der Vordersitze integriert und bläst warme Luft aus Luftdüsen in den Kopfstützen. Für das E-Klasse Cabrio haben die Ingenieure die Cabrio-Innovation weiterentwickelt.

    

     

Für jede Statur: Ausströmerdüse ist mit der Kopfstütze höhenverstellbar und zusätzlich noch schwenkbar.  (alle Foto: Daimler


 

Zwei von drei Mercedes SLK und Mercedes SL werden mit Airscarf geordert. Damit ist die Kopfraumheizung Airscarf eine der beliebtesten Wunschausstattungen in diesen beiden Baureihen. Das patentierte System funktioniert wie ein unsichtbarer Schal, der Hals und Nacken der Insassen wärmt. Denn Airscarf ist in die Rückenlehnen der Vordersitze integriert und bläst warme Luft aus Luftdüsen in den Kopfstützen. 

Für das E-Klasse Cabrio haben die Mercedes-Ingenieure die Innovation weiterentwickelt: Die Düse des Ausströmers lässt sich, über die Kopfstützen-Höhenverstellung hinaus, mit Hilfe eines Verstellrades um insgesamt 36 Grad nach oben und unten schwenken. Damit kommen Fahrer und Beifahrer völlig unabhängig von ihrer Körpergröße in den Genuss der einzigartigen Nackenheizung.

In Kombination mit dem automatischen Windschott Aircap kann die  Kopfraumheizung ihre Wärmewirkung noch effektiver erzielen. Denn die Luft im Innenraum des E-Klasse Cabrios ist dann schon vorgewärmt, bevor sie vom Gebläse in der Rückenlehne angesaugt und durch ein elektrisches Heizelement mit rund 200 Watt Leistung bei 19A Betriebsstrom geführt wird. Von dort gelangt die warme Luft über einen Kunststoffkanal bis in die Kopfstütze, wo sie aus der verstellbaren Luftdüse strömt. 

Auf diese Weise bringen die Stuttgarter die Wärme nah an die Insassen und erreichen in Kopfhöhe von Fahrer und Beifahrer auch dann angenehme Temperaturen, wenn kalter Fahrtwind über das Cabrio weht.

Neben dem geringen Platzbedarf zählen vor allem die Schnelligkeit beim Aufheizen und die gleich bleibende Wärmeleistung zu den größten Vorteilen dieser Technik. Das Heizelement in der Rückenlehne basiert auf der modernen PTC-Technik (Positive Temperature Coefficient). Keramikteilchen werden mit Strom versorgt, erhitzen sich dabei sekundenschnell und geben anschließend kontinuierlich Wärme ab. Vor Überhitzung schützt sich die Heizkeramik, indem sie ihre Oberflächentemperatur selbst überwacht und die Leistungsaufnahme bei Bedarf automatisch verringert. Die Heizwirkung bleibt dennoch konstant.

Der Airscarf startet auf Knopfdruck. Bis 120 km/h errechnet ein Steuergerät automatisch die bestmögliche Warmluftverteilung, abhängig von Innen- und Außentemperatur, geschlossenem oder offenem Verdeck sowie Fahrttempo. Oberhalb dieser Geschwindigkeit arbeitet das System mit einer konstanten Einstellung. 

Darüber hinaus können Fahrer und Beifahrer per Tastendruck an der Mittelkonsole die Drehzahl des Radiallüfters und damit die Wärmezufuhr auch individuell in drei Stufen einstellen. Bis zu 27,4 Kilogramm Warmluft pro Stunde erzeugt das leistungsfähige Airscarf-System.

Aufnahmen mit der Thermografie-Kamera zeigen, wie wirksam der  Airscarf bei winterlichen Außentemperaturen arbeitet. Die Spezialkamera macht sichtbar, was normalerweise im Verborgenen bleibt: die Wärmestrahlung von Personen oder Gegenständen.


Das Prinzip

Oberhalb des absoluten Nullpunktes von minus 273 Grad Celsius strahlt grundsätzlich jedes Objekt Wärme ab, auch Eiswürfel oder Schneebälle. Diese thermische Energie ist infrarotes Licht mit einer Wellenlänge, die das menschliche Auge nicht wahrnehmen kann. Je höher die Temperatur des Gegenstandes, desto intensiver seine Infrarotstrahlung.

Auf diesem physikalischen Grundprinzip beruhen die Airscarf-Tests der Mercedes-Ingenieure mit der Thermografie-Kamera. Ihre hochempfindliche Optik tastet Fahrer, Sitzlehne und Teile des Innenraums ab und macht Wärme sichtbar: Zonen mit hoher Wärmestrahlung erscheinen auf dem Kontrollmonitor in Rot, Violett und Weiß, während kühlere Bereiche grün oder gelb gefärbt sind. Die Farben Dunkelblau und Schwarz kennzeichnen hingegen Bereiche, wo die Temperatur am geringsten ist. Deutlich zeigen die Thermogramme, wie im E-Klasse Cabrio ein großflächiger, breiter Warmluftsee entsteht. 

Zusätzlich tragen Testpersonen während der Versuche ein so genanntes Messhemd. An diesem Kleidungsstück befinden sich insgesamt 14 über den Hals-, Nacken und Schulterbereich verteilte Messstellen, an denen die Temperatur einzeln ermittelt und die Verteilung der Warmluft analysiert werden kann. 

Bei der Entwicklung der Airscarf-Komponenten haben die Ingenieure auch dem Insassenschutz ihre Aufmerksamkeit geschenkt. Die Ausströmerdüse in der Kopfstütze ist darum leicht zurückgesetzt und ist nur eingerastet. Im Crashfall kann die Düse entrasten und wegtauchen, ohne eine Gefahr für die Köpfe der Passagiere darzustellen. Darüber hinaus vermeidet die Zurücksetzung der Düse, dass es bei normalem Anlegen des Kopfes an die Kopfstütze zu einem Kontakt mit den Hartteilen kommt. 
   

   

Für jede Temperatur: Wärmezufuhr lässt sich in drei Stufen regeln